Zwischen fest und flüssig

Salut, je m’appelle Michelle Savont, et je vous parle un peu de beauté, savon, propreté et autres sujets similaires. Aujourd’hui, je vais vous raconter l’histoire du savon, un produit entre liquidité et solidité.

Die Seife war ursprünglich ein Produkt zwischen fest und flüssig. Die Sumerer vermengten Pflanzenasche mit Ölen und erkannten vor allem eine heilende Wirkung in der alkalischen Salbe, die bei der Mischung entstanden ist. Germanen und Gallier verwendeten weiche, seifenähnliche Produkte, die zumeist aus Ziegentalg und Holzasche hergestellt wurden und auch ihnen ging es um Wohlempfinden und Heilung.

Die reinigende Wirkung der Seife wurde vor allem von den Römern erkannt, ein Volk, das für seinen sinnlichen Bezug dem schönen Leben gegenüber bekannt war … „vita frui“ sagten sie. „Sich des Lebens freuen“, in jeder Hinsicht.

Im 7. Jahrhundert wurden im Mittleren Osten neben Ölen erstmals Laugen als Grundstoff verwendet, alkalische Lösungen. Mit diesen Laugen geht auch die bekannte Glitschigkeit der Seifen einher. Die Seife nahm eine feste Form an, die in Verbindung mit Wasser glitschig wurde und die reinigende und pflegende Lauge hervorbrachte. So kennen wir die Eigenschaften dieser Art von Seife noch heute.

Mit der festen Seife hielt auch eine neue Form der Badekultur Einzug, die Reinigung des eigenen Körpers wurde zu einem ästhetischen Akt, auch wenn einem die Seife in einem unachtsamen Moment auch einmal aus der Hand fiel. Aber das ist ja durchaus attrayant.

Die Produktion wurde immer ausgefallener, man experimentierte mit Duft- und Farbstoffen und ein neuer Aspekt kam hinzu, die Seife wurde zu einem Produkt für Körperpflege und Schönheit zugleich. Man duftete nach der Reinigung und die Haut fühlte sich an fantastique. Die Seife entwickelte sich im Grundzustand zu einem echten Hingucker und schmückte das Badezimmer. Sie wurde selbst zu einem ästhetischen Produkt.

Erst in den letzten Jahrzehnten hielt die Seife in flüssiger Form mit Spender, verpackt in einer Plastikflasche, Einzug in die Haushalte der Menschen. Die Erotik ging damit wieder verloren. Da helfen auch schön designte Behälter nichts. Plastik ist Plastik, die haptische Freude fehlt.

Die Produzenten der Flüssigseifen leisteten mit ihrer Argumentation ganze Arbeit: die Seife hinterlässt hässliche Flecken, sie weicht Oberflächen auf, sie wäre gar unhygienisch, da der Schmutz des vorherigen Waschens hängenbleibt und sie flutscht bei der Körperpflege aus der Hand. Die Flüssigseife wäre im Übrigen besser „portionierbar“, man habe damit länger etwas von diesem Produkt und komme trotz des etwas höheren Preises länger damit aus. Diese sehr funktionellen Aspekte haben ein jahrhundertealtes Pflegeprodukt aus der Mode gebracht, jedoch nie ganz aus dem Sinn.

Das wachsende Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein, insbesondere den Plastikverpackungen und Inhaltsstoffen gegenüber, lässt die feste Seife nun eine Renaissance erleben, sie ist einfach „bio“. 

Menschen suchen nach Alternativen bei der Körperpflege und entdecken das Ursprüngliche wieder und damit verbunden die sinnliche Erfahrung, wenn die feste Seife den Körper berührt und den fast schon meditativen Akt, sich einzuseifen oder sogar eingeseift zu werden (natürlich im wahrsten Sinne des Wortes).

Die Nachteile der Seifenflecken und die Glitschigkeit bleiben natürlich bestehen … doch da hilft Savont. Die Seife schwebt, Verunreinigungen und Aufweichungen werden vermieden. Was bleibt ist der reinigende, ästhetische, meditative und sinnliche Akt der Körperpflege. Voilà, ich liebe eben Seife und die natürliche Art des Einseifens.

Salut et à bientôt, Eure Michelle Savont